Zeit

 I set my clock's early, 'cause I know I'm always late.

Fall Out Boy - A little less 16 candles

 

Es ist schon länger her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Und natürlich drängt sich die Standartformulierung auf: Ich hatte keine Zeit. Das sagt jeder Mal. Viele täglich, andere stündlich, manche seltener. Es gibt viele Leute, die so viel zu tun haben, dass ein 24 Stunden Tag dafür niemals ausreicht und früher oder später wünscht sich fast jeder etwas in seiner Vergangenheit anders gemacht zu haben. Wir sind ständig zu spät, denn der richtige Zeitpunkt ist anscheinend ein Phänomen, dass weitaus komplizierter ist als schwarze Löcher. Menschen bauen seit Ewigkeiten Uhren, sie dokumentieren und versuchen durch Zeitreisen diese Dimension zu durchbrechen. Von Schülern, die sich mit dem Mysterium herumschlagen, wieso es so oft unmöglich ist pünktlich zu sein, bis hinzu Physikern, die in die Vergangenheit reisen wollen, jeder hat irgendein Zeitproblem. Und im Enteffekt ist es doch so, dass wir alle anscheinend nur das Eine wollen: Mehr Zeit. 

Aber ist es überhaupt möglich mehr Zeit zu haben? Vielleicht ist es nicht entscheidend wieviel Zeit wir haben, sondern wie wir damit umgehen. Jeder weiß, dass Zeit ein viel zu abstrakter Begriff ist, um damit rechnen zu können. Wie Einstein schon festgestellt hat: Zeit ist relativ. Und gemein. Wenn man glücklich ist und einen Moment am liebsten für immer festhalten würde, geht er um so schneller vorbei. Wenn man leidet, ziehen sich Minuten wie Stunden hin. Ereignisse vor denen man Angst rasen auf einen zu, während Tage auf die man sich freut nur schleppend näher kommen. Damit muss man leben, genau wie mit dem Unwissen darüber, wieviel Zeit einem noch bleibt. Denn das ist es, was die Zeit so kostbar macht.

Ich denke das beste, was man tun kann, ist jede Sekunde zu leben, jeden Moment zu nutzen. Wie dieses 'nutzen' aussieht, muss wahrscheinlich jeder für sich selbst definieren.

 

Von einer nachdenklichen Blog - Vernachlässigerin.

 

1 Kommentar 25.7.09 14:55, kommentieren

Thank you for travelling with Deutsche Bahn.

Die Definition eines ganz normalen Wochenendes ist mit Sicherheit etwas, was sich von Person zu Person sehr unterscheidet. Mein eigenes, typisches Wochenende, wie dieses eins war, ist von mehreren Faktoren beherrscht. Die meisten sind nicht sehr originell, zum Beispiel die Feststellung, dass die Zeit am Wochenende einfach so vobei fliegt.

Aber eine Sache, die für mein klassisches Wochenende leider unvermeidbar ist, bringt mich regelmäßig wieder zum Verzweifeln: Das Dilemma mit Bus und Bahn. Was bitte bringt Busse dazu, immer dann pünktlich zu sein, wenn man selbst es nicht ist? Oder verspätet zu sein, wenn man einen Anschluss kriegen will? Wieso wird immer kontrolliert, wenn man das erste Mal seit 3 Jahren schwarz fährt?

Und bei Bussen hört es ja noch lange nicht auf. Wenn man in die S - Bahn oder gar einen Regional - Express steigt, stößt man auf noch größere Mysterien. Angefangen mit Klassikern wie: Wird es die Bahn irgendwann schaffen, pünktlich zu sein? Bis hinzu Fragen, die dem routinierten Bahnfahrern nach einer Weile in den Sinn kommen. Zum Beispiel, wieso Lokführer kein englisches th aussprechen können. Auf diesem faszinierenden Gebiet gibt es noch viel zu erforschen - von wegen Astrophysik.

2 Kommentare 17.5.09 23:55, kommentieren

Die Macht der Gewohnheit vs. Der Reiz des Neuen

Change came in disguise of revelation, set his soul on fire
She says she always knew he'd come around
And the decades disappear like sinking ships
But we persevere, God gives us hope
But we still fear what we don't know

(A Dustland Fairytale - The Killers)

 

Heute war wieder einer dieser Tage, die auf eine von diesen schlafarmen Nächten folgen und von Verwirrung und Müdigkeit beherrscht werden. Und weil ich zum Glück nicht lange von der Schule abgelenkt wurde, hatte ich Zeit um über ein paar generelle Sachen nachzudenken. Unter anderem der Gegensatz Alt & Neu. Ich weiß nicht, ob es eine Frage von Temperament oder Lebenserfahrung ist, aber offenbar gibt es zwei gegensätzliche Verhaltensweise zu denen wir neigen können. Oder sollte man sagen, es gibt zwei Typen von Menschen?

Typ A mag die Regelmäßigkeit und verlässt sich auf Vertrautes. Warum sollte man etwas anders machen, wenn es funktioniert? Die Scheu vor dem Unbekannten ist so groß, dass man auch bei Unzufriedenheit lieber bei bewährten Methoden bleibt. Denn immerhin wird man so vor unliebsamen Überraschungen verschont.

Typ B kann nicht lange an einem Ort bleiben, hat weder Stammlokal noch einen festen Hausarzt. Egal ob bei Frisur, Auto, Fernseher oder Partner - es gilt die Devise neuer = besser. Bei dem Tempo, dass uns die Technik in Sachen Veränderungen vorlebt, ist es eine Herrausforderung immer auf dem neusten Stand zu sein. Aber eine sehr verlockende, wer kann sich schon dem geheimnissvollen, verheißungsvollem Glitzern einer echten Neuheit entziehen?

Der Museumsbesuch heute wäre ein Beleg dafür, dass Typ A dominiert und B nur für ein paar einsame Jetsetter gilt. Denn es ist deutlich: Wir hängen einfach an Traditionen, Geschichte und anderem altem Kram. Selbst Dingen, die niemand mehr braucht, trauern wir nach und stellen sie aus. Ein kurzer Aufenthalt in einem Einkaufszentrum wird jedoch fürs Gegenteil sprechen: Neues ist gefragt. Und zwar sehr. Letzendlich kommt es natürlich darauf an, um was es sich handelt und ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Mensch einen Hang zu beiden Seiten hat. Das ist schließlich auch gut so. Wenn alle Typ A wären, würden wir noch in Höhlen leben, weil wir nie den Drang verspürt hätten dies zu ändern. Wenn alle Typ B wären, wäre unsere Spezies vermutlich ausgestorben. Wir wollen etwas von beidem und wir brauchen etwas von beidem. Und manchmal entdecken wir eine neue Seite an jemandem, den wir schon seit Jahren kennen. Oder wir merken, dass wir auch unsere neuen Freunde in unser altbewährtes Schema passen.

Was mich angeht, ich entledige mich meiner altbekannten Verwirrung auf ganz neue Weise: in diesem ganz frischem Blog

 

 

4 Kommentare 13.5.09 16:38, kommentieren